Karate Dojo Wickrath

Die drei Säulen des Karatetrainings

Das Karate-Training beruht normalerweise auf 3 verschiedenen Übungsformen. Diese sind:

  -  KIHON

Kihon bedeutet übersetzt etwa so viel wie "Grundlage" oder auch "Ursprung". Meistens wird es jedoch einfach als "Grundschule" bezeichnet, denn genau so wie man in einer richtigen Grundschule zunächst einzelne Buchstaben lernt, um damit später Worte und Sätze schreiben zu können, lernt man auch im Karate zunächst die einzelnen Techniken, um sie später als Kombinationen zusammen zu setzen.
Die Idee dahinter ist, dass man die Techniken durch ständiges Wiederholen und "Bahnenlaufen" verinnerlicht. Dadurch werden sie zu nahezu natürlichen Bewegungen, die bei Kombinationen nicht mehr einzeln durchdacht, sondern nur noch automatisch abgerufen werden müssen.
Hierbei lernt man auch die richtige Atmung sowie Körperspannung, den Unterschied zwischen starken und sanften Techniken.

  -  KATA

Übersetzt bedeutet dieser Begriff so viel wie "Form" oder "Vorlage".
Bei einer Kata handelt es sich um einen festen Ablauf, der einem Kampf gegen imaginäre Gegner ähnelt. Hierbei hat jede Kata ein vorgegebenes Schrittdiagramm, Embusen genannt. Im Shotokan-Karate gibt es traditionell 27 Kata, die sich im Schwierigkeitsgrad stark unterscheiden. Ursprünglich war die Kata eine Möglichkeit des Meisters, seinen Schülern Techniken in größerem Zusammenhang beizubringen und auf diese Weise ebenfalls zu bewahren.

  -  KUMITE

Kumite könnte in der Übersetzung etwa "verbundene Hände" bedeuten.
Hierbei werden die Techniken, die man im Kihon und in der Kata gelernt hat, im Kampf gegen einen Gegner angewandt. Dabei müssen sie nicht immer den (manchmal etwas steifen) Kihontechniken oder den (manchmal etwas unrealistischen) Kata-Abläufen entsprechen. In Prüfungsprogrammen ist das Kumite für einzelne Farbgurte vorgeschrieben: Hier erkennt man, dass — je weiter fortgeschritten man ist — die vorgeschriebenen Angriffs-, Schritt- und Abwehrarten immer freier ausgelegt werden dürfen. Anfangs sind Angriff, Abwehr und Gegenwehr mit festen Techniken und festen Schrittfolgen vorgeschrieben. Später werden die Vorlagen immer weiter gelockert, bis schließlich eine Art Freikampf entsteht, in dem beide Beteiligten frei zeigen müssen, was sie können.